Müssen wir korrigiert werden?

In Berlin direkt meinte Alexander Dobrindt heute die Grünen hätten im Moment ganz klar einen Höhenflug durch die  Ereignisse in Japan und dies würde sich wieder korrigieren. Korrigieren?

Vorweg: Ich möchte nicht darauf abzielen auszudrücken, dass ich mir wünsche, von jetzt an würde nur noch Grün gewählt. Denn ich mache keine politische Werbung für irgendeine Partei und ob die Grünen diejenigen sind, die etwas ändern oder eben nicht, muss sich erst zeigen. Aber wiederholt möchte ich sagen, dass die Wahlergebnisse von BaWü und Rheinland-Pfalz zeigen, dass viele Bürger aufgewacht sind und sich eine Politik und Zukunft mit Schwerpunkt Umweltschutz wünschen. Und das soll also korrigiert werden?

Fukushima scheint schnell vergessen, die Tatsache, dass das Atomkraftwerk nach wie vor unverändert strahlt und die Menschen dort unvorstellbaren Folgen entgegensehen, ignoriert. Die geplante Abänderung der AKW-Stresstests (die Möglichkeit von Flugzeugabstürzen und Terroranschlägen soll außer Acht gelassen werden – obwohl zum Beispiel ausgerechnet jetzt Terror-Verdächtige in der Nähe der Atomanlage Sellafield festgenommen wurden) geht neben anderen Nachrichten fast unter ><

Japan ist passiert und die Welt ist nicht mehr diesselbe. Ich habe keine Lust korrigiert zu werden.

Alles Liebe,



16 Gedanken zu „Müssen wir korrigiert werden?

  1. Coppy sagt:

    Aus einer lustigen Zeitung mit 4 großen Buchstaben nach einer EMNID Umfrage:
    In China wollen 70 Prozent, in Frankreich 68 Prozent, in Tschechien 61 Prozent und in Russland 52 Prozent Kernenergie als wichtigen Energieträger beibehalten.
    Oder auch: 97% der Chinesen vertrauen ihren AKW …aber nur 25% der Deutschen.

    Machen wir da wirklich was richtig, was alle anderen falsch machen?

    BTW: Ich bin übrigens der festen Überzeugung, dass man deutschen AKWs wesentlich mehr vertrauen kann, als den chinesischen. :-)

    Viele – wenn nicht die meisten – Parteien schwimmen gerne auf populistischen Wellen mit, um auf Wählerfang zu gehen. Einige generieren dabei Angstbürger, die vor lauter Angst nicht mehr in der Lage sind, rationale Entscheidungen zu treffen.
    Genau dort sollen wir korrigiert werden, damit wir uns nicht mehr von unsachlichen und teilweise völlig falschen Behauptungen manipulieren lassen.

    Ich habe übrigens den Koalitionsvertrag von grün-rot in BaWü gelesen… unter anderem wird dort die Förderung von Pop- und Jazz beschlossen. High-Five! (http://dilbert.com/2011-05-05/)

  2. Coppy sagt:

    Ich glaube, ich habe noch eine Antwort auf die Frage gefunden:

    Bekannt ist, dass Hallbergmoos gegen die 3. Startbahn ist (meine Meinung ist auch bekannt) oder gegen den Transrapid ist (auch hier ist meine Meinung bekannt). Inzwischen produziert eine rote Partei fleißig neue Angstbürgerlein – mit einem ganz aktullen Thema:

    „Außerdem wird es nicht bei einem oder zwei Windrädern bleiben, denn an angrenzenden Flächen zu unserem Gemeindgebiet werden dann wohl zusätzlich Anlagen geplant, so dass ein regelrechter Windpark mit möglicherweise acht Rotoren entsteht, führte Karl- Heinz Bergmeier weiter aus.“ (http://www.spdneufahrn.de/index.php?nr=34662&menu=1)

    Wir hätten bereits vor vielen Jahren korrigiert werden müssen.

  3. Suey sagt:

    Ich finde das Wort „korrigiert“ echt arrogant. Als wären die Wahlergebnisse eine kleine Dummheit der Wähler.
    Ich fand das Parteiprogramm der Grünen schon immer gut und sie sind immer die ersten bei irgendwelchen Umwelt Demos. Es stimmt, dass sie wahrscheinlich das Land mit ihrem Programm nicht regieren könnten, aber dass ist doch das Schöne an der Parteienlandschaft. So viele Richtungen kommen zusammen und hinter her kommt das Beste dabei raus. Rein theoretisch jetzt natürlich.

    Ich gönne den Grünen auf jeden Fall den Erfolg, weil sie gewählt wurden für ihre Linie, die sie schon seit Jahren fahren. Man muss sie ja nur mal mit der FDP vergleichen die nur wegen ihrer Versprechen von Steuererleichterung gewählt worden sind und der CDU welche die Laufzeitverlängerung der AKWs veranlasst haben und kaum knallt es in der Welt, werden AKWs still gelegt. Soviel zu einer geraden Linie. Solche Schleimer.

    • Mina sagt:

      Ich sehe das genauso.

      Nebenbei was ganz anderes: Ich habe schon mehrfach versucht bei dir drüben zu kommentieren, es klappt aber nie und ich wusste nicht, wie ich dich kontaktieren sollte, um es dir zu sagen. Vielleicht kannst du da mal schauen :)

      • Suey sagt:

        Das könnte sein dass ich was an der Kommentarfunktion verstellt habe… ich sehe mir das mal an ;)

  4. Coppy sagt:

    @Suey: Du schreibst einerseits, dass Dir das Grüne Parteiprogramm gefällt, andererseits bist Du offenbar auch dafür, aus Linientreue AKWs doch lieber länger laufen zu lassen (sonst ist man ja ein „Schleimer“).

    Das finde ich einen sehr interessanten Ansatz. :-)

    • Mina sagt:

      Das hat sie nicht gesagt, sondern weißt nur darauf hin, dass die CDU wie ein Fähnchen im Wind (von der FDP mal ganz zu schweigen) ihre Meinung geändert hat…ich verweise da mal ganz dezent auf den Mappus der für, dann wider, und einen Tag vor der Wahl doch wieder für Atomkraft war.

      Über die dritte Startbahn und den Transrapid weiß ich zu wenig um mitreden zu können, also lehne ich mich da nicht aus dem Fenster. Und zu deinem Hinweis oben auf die Chinesen sage ich nur: Man sieht wie aufgeklärt das Volk in Sachen Atomkraft ist, wenn man sich anschaut, dass die Chinesen nach Fukushima kiloweise jodiertes Speisesalz gekauft haben. Außerdem finde ich es anmaßend dem „Angstbürger“ keine rationales Denken mehr zuzutrauen. Und wenn irgendeine Angst berechtigt ist, dann wohl jene vor den Folgen eines Atomunfalls. Kein AKW dieser Welt ist sicher, ob es nun in China, Russland oder Deutschland steht.

    • Suey sagt:

      Ah, du hast den Widerspruch gefunden :D
      Also, klar, man ist froh darüber, das die AKWs abgeschaltet wurden (oder auch nur vom Netz genommen wurden, wie auch immer) aber das nur aus Panik vor den Wahlen. Ich meine, bei den Grünen ist das ein dauerhaftes Programm, bei der CDU ändert sich das sobald die Zeit vergeht, Japan so langsam wieder in Vergessenheit gerät und genug Druck aus der Wirtschaft kommt. Deswegen, auch wenn ich für Ökostrom etc bin, hätte ich mir die Abschaltung anders gewünscht und nicht von einer Partei, die wie ein Fähnchen im Wind ist.

  5. pana sagt:

    Ich wünsche mir zwar auch, dass AKW möglichst überall in der Welt abgeschaltet werden, aber eine etwas weniger hysterische Diskussion hier in Deutschland wäre wünschenswert.

    Dein Blogeintrag erinnerte mich an eine CDU-Parteimitglied nach der verlorenen Wahl in BaWü, das sinngemäß folgendes sagte: „Diese Wähler, wie können die nur so dumm sein und uns nicht wählen?!!!“

    Das sagt doch wohl alles aus.

    • Mina sagt:

      Mit der Hysterie hast du Recht. Nirgends sonst wurde so dramatisch und mit solcher Weltuntergangsstimmung von Japan berichtet wie hier. Aber vielleicht braucht so mancher auch die Angst um zum Nachdenken zu kommen. Ich weiß auch nicht, für mich war es ein Schlüsselerlebnis und ich kann nicht mehr zurück.

  6. Annegret sagt:

    Ich bring jetzt keine neuen Argumente mehr, ihr habt eh schon alles Wichtige gesagt.

    Aber eine tolle Info habe ich:
    Hab neulich im Fernsehen gesehen, dass es erfolgreiche Versuche gibt, mit alternativ erzeugtem Strom Gas zu produzieren. Dieses kann ins normale Erdgassystem eingespeist, gespeichert und an jeden beliebigen Ort in Deutschland gebracht werden. Somit wird das Problem der Speicherung und des Transports von Ökostrom gelöst. Genial, finde ich. Und definitiv ein Schritt in die richtige Richtung!

    Infos z. B. hier:
    http://www.weltderphysik.de/de/8581.php
    http://www.n-tv.de/wissen/Mit-Windenergie-Gas-erzeugen-article2867266.html
    http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/klima/neue_technologien/tid-17822/forschung-und-technik-aus-wind-werde-gas_aid_489349.html

  7. Coppy sagt:

    Aber dann müsste die „Fähnchen im Wind“ – Sache doch nicht als Kritik im Sinne von „nicht-linientreu“, sondern viel mehr als Lob im Sinne von „endlich haben sie ihre Fehler eingesehen und wollen nicht mehr auf veraltete, sondern auf neue Technologie setzen“ verwendet werden.

    Würden die Grünen ab morgen von ihrer Klientelpolitik ablassen und technologie-, wirtschafts-, und leistungsträgerfreundlicher werden und zusätzlich davon absehen, Bürgern Freiheitsrechte zu nehmen wie es sonst nur diktatorische Regime tun (siehe Koalitionsvertrag BaWü), dann würde ich das nicht kritisieren, sondern würde tatsächlich ernsthaft in Erwägung ziehen, sie zu wählen.Denn einige Punkte aus Ihrem Parteiprogramm finde ich sogar sehr gut, das momentane Gesamtkonzept halte ich aber schlicht für nicht-wählbar.

    Der Hinweis zum Transrapid und 3. Startbahn war nur als Beispiel gedacht. Kernaussage war die Angst-Schürung gegen erneuerbare Energien und die rote Partei setzt hier bewusst auf Panik der Anwohner, um damit auf billigen Stimmenfang zu gehen, der beim Angstbürger leider nur zu gut funktioniert.

    Auch hier müssten wir korrigiert werden: Jeder will Technologie (besonders die Saubere) und Infrastruktur nutzen, aber wenn es darum geht, dass die „vor der eigenen Haustüre“ gebaut werden soll, bricht Panik aus. Hier ist es meiner Meinung nach schon korrekt, dem Angstbürger vorzuwerfen, dass er nicht mehr rational denken kann – oder will. Irgendwo muss Strom erzeugt werden – und wenn HBM besser geeignet ist, als andere Orte, dann eben dort. (das wäre die rationale Überlegung)

    Es gibt nämlich auch andere Beispiele – wobei das folgende von 2009 ist, als vor Fukushima
    http://www.welt.de/politik/article3209743/Finnen-freuen-sich-ueber-ihr-Atommuell-Endlager.html

  8. Coppy sagt:

    Die „Terrorverdächtigen“ von Sellafield sind übrigens seit 4. Mai schon wieder auf freiem Fuss. Es gab eine gründliche Untersuchung und danach wurden sie OHNE Anklage freigelassen… damit kann man halt wenig Angst machen, daher geht das auch schnell unter. :-)
    Übrigens zeigt das, wie exzellent die Sicherheitsmaßnahmen dort funktioniert haben.

    • Mina sagt:

      Ich weiß, dass sie wieder frei sind. Mit der Begründung sie wären nicht dirket dabei gewesen einen Terroranschlag zu verüben und dass es keinen direkten Zusammenhang gibt mit den aktuellen Ereignissen in Pakistan.
      Was zum Geier müssen sie mit der aktuellen Lage Pakistans zu tun haben? Wie schön, dass sie nun in Ruhe alles planen können ><* Fühle ich mich sicher...

    • Mina sagt:

      Das wollen die wenigstens von uns. Deshalb muss man sich gut überlegen, was man sich wünscht und danach handeln und du später auch mal wählen. Die Entscheidung ist da leider nicht so einfach.

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