Ein Vogel mit gebrochenen Flügeln ODER Wie findet man die Lebensfreude wieder?

Lebensfreude wiederfinden?

Eigentlich mag ich keine Jammer-Posts. Dieses Blog soll ein Ort der Freude sein, der Kreativität, des Glücks, der Veränderung und Verbesserung. Aber letzteres kann nur stattfinden, wenn die Ausgangssituation schlechter ist als das, was man anstrebt. Und meine momentane Seelenverfassung ist nicht gut. Warum also nicht auch darüber sprechen?

Es ist nicht so als wäre akut etwas passiert. Vielmehr habe ich über die Jahre hinweg so viele Verletzungen davon getragen von Ereignissen und Unglücksfällen, schlechten Entscheidungen und ungünstigen Bedingungen, dass ich mich manchmal wie ein Vogel mit gebrochenen Flügeln fühle.

Ich sitze da und würde gerne…ja, was ist es, wonach ich mich sehne? Ich bin so lange nicht mehr geflogen, dass ich das Gefühl schon ganz vergessen habe. Da ist diese massive Sehnsucht in mir, die ich nicht zuordnen kann.

Verschlimmert wird das Ganze dadruch, dass ich aus gesundheitlichen Gründen seit über einem Jahr ständig matt und kraftlos bin. Zur Zeit muss ich immer wieder streckenweise zu Hause bleiben und bin dann tageweise ins Bett oder auf die Couch verbannt und kann weder lesen noch häkeln, noch sonst etwas, das mir die Zeit vertreiben würde.

Dabei hat man viel Zeit nachzudenken. Und meine Gedanken drehen sich immer wieder im Kreis: ich möchte, ich möchte, aber ich weiß nicht was. Und selbst wenn ich es wüsste, könnte ich dann einfach so losflattern oder muss ich warten, bis meine Flügel geheilt sind?

Meine Lebensfreude hat darunter gelitten. Immer wieder merke ich, dass ich zu vieles erlebt und gesehen habe, dass mir die Freude verdirbt an naiven Kleinigkeiten, an Dingen, deren einzige Daseinsberechtigung darin besteht, den Menschen Freude zu bereiten.

Wart ihr auch schon mal an so einem Punkt im Leben? Lebensfreude – wie kann man das wieder erlernen? Wie kann man sich wieder an Kleinigkeiten erfreuen? Wie naiv sein und die alten Erfahrungen hinten lassen oder zumindest ausblenden?

Alles Liebe,



6 Gedanken zu „Ein Vogel mit gebrochenen Flügeln ODER Wie findet man die Lebensfreude wieder?

  1. Andi sagt:

    z. B. könntest Du an eine Polonaise denken. Oder an geknüllte Filme. Oder… am besten an nächstes WE, da fällt uns bestimmt wieder irgendein Blödsinn ein!

  2. Sibylle sagt:

    Deine Flügel sind nicht gebrochen. Du hast dich nur noch nicht getraut, sie zu entfalten. Ist ja auch nicht so einfach, aber wenn du mal da oben in der Luft bist, hast du einen ganz anderen Blick auf das, was alles geschehen ist. Dann wirst du erkennen, dass alles für unsere Weiterentwicklung wichtig war. Es kann ziemlich weh tun, wenn einem die Flügel wachsen bzw. wenn man sich traut, sie zu entfalten. Vielleicht sind die ersten Starts und Landungen auch etwas unsicher, aber bald wirst du dich frei fühlen und nur noch tun, was für dein großes und liebesvolles Herz gut ist. Und mach dir keine Sorgen, Papa und Mama arbeiten auch schon an ihren Flügeln.
    Ich hab dich lieb.

  3. Sari sagt:

    Ja.

    Ich weiß noch, vor knapp drei Jahren saß ich das erste Mal zu Hause und überlegte, ob mir ein Psychiater helfen könnte. Ich habe früher nie über so etwas nachgedacht und dann kam ich irgendwann plötzlich an einen Punkt wo ich dachte: Ich kann das alleine nicht mehr bewältigen. Ich brauche Hilfe. Jemand muss mir den Kitt geben, mit dem ich alle Scherben wieder zusammen kleben kann.

    Ich kann Dir nicht mal sagen, was dann auf einmal passiert ist, dass dieses Gefühl nun wieder weg ist. Aktuell fühle ich eine gigantische Hilflosigkeit gegenüber meines Kindes, das ständig krank ist und dementsprechend reizbar und launisch, ich aber nicht viel tun kann, um ihm Linderung zu verschaffen…

    Und immer wieder enden diese Phasen aber auch und ich habe das Gefühl irgendeinen Entwicklungsschub, wie ein Kind, überstanden und die Welt nun wieder ein Stück weit besser verstanden zu haben.

    Ich kann Dir nicht sagen, wie du aus diesem scheinbaren Teufelskreis raus kommst, aber ich sehe immer wieder, wie du ständig wie ein Phoenix aus deiner Asche auferstehst und dich irgendwie ein bisschen neu erfindest, neuen Schwung erhälst. Wie der Phoenix, der sich immer wieder neu entstehen lässt, so scheinst auch du deine Phasen zu haben und jedes Mal, wenn du wieder kommst, stotzt du nur so von Ideen und Tatendrang und steckst an.

    Mal davon abgesehen scheint es auch bestimmte Menschen in deinem Leben zu geben, die eine positive Konstante bilden und dir einen stabilen Rahmen bieten, der dich immer wieder ein Stück weit im Gleichgewicht hält, oder?

    Kopf hoch! Ich drücke Dich!

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