Lust und Frust am Kanji-Lernen

Vor einigen Wochen habe ich mir einen Plan zurecht gelegt. Bis zum Jahresende lerne ich jeden Tag 11 Kanji. So müsste ich bis Ende Dezember mit RTK1 (Heisigs Remembering the Kanji Band 1) durch sein und mein vorläufiges Ziel wäre erreicht…Wäre…

Jetzt läuft das jeden Morgen so: Ich stehe auf, wiederhole alle fälligen Kanji und danach kämen theoretisch die elf neuen Schriftzeichen.

Was nach so wenig klingt, verlangt mir in Wirklichkeit alle Gehirnressourcen ab, die noch über sind. An manchen Tagen läuft es gut, so wie heute, da habe ich gleich das doppelte geschafft. Meistens aber schaffe ich nur ein paar oder lasse es ganz sein.

Das mit den Kanji und mir, das ist ein Auf und Ab der Gefühle. Heute habe ich von einem gelesen, der RTK1 in 8 Wochen (!) durchgearbeitet hat *Kinnlade nach unten klapp* Da fragt man sich schon gleich, was bei einem selbst falsch läuft. Gleichzeitig motiviert mich das aber auch. Vielleicht könnte ich doch das Tempo ein wenig anziehen!?

Und am schönsten sind die Momente, wenn ich ein Zeichen lerne, von dem ich genau weiß, dass ich es in gewissen japanischen Wörtern schon soo oft gesehen habe, aber mir nie merken konnte. In Zukunft werde ich es lesen können UND schreiben. Wen ich mir das bewusst mache, wird mir ganz wohligwarm im Bauch. Dann ist die Japan-Liebe da und ich weiß, warum ich es schaffen kann.

Mehr zum Projekt 12 in 2012 erfährst du hier.

Alles Liebe,



12 in 2012: Monatsrückblick September

  1. Japanisch Kochen. 12 von mind. 12 Rezepten gekocht. Zwei davon im September. Vor allem habe ich mehrfach japanisch gefrühstückt. Yummy.
  2. Femininer Kleiden. Zu femininer kann man wohl nur die gekaufte Strumpfhose zählen, die es mir ermöglicht auch im Herbst Kleider und Röcke zu tragen. Die restlichen Einkäufe waren aber auf alle Fälle modisch, und das ist für mich schon mal was!
  3. 12 Light Novels lesen. 0 von 12 Light Novels gelesen.
  4. Mangas auf Japanisch lesen. 1 von 4 angestrebten Mangas diesen Monat gelesen. Die erste Mangareihe komplett auf Japanisch beendet ♥
  5. 5kg Abnehmen. Ich hab’s versucht: weniger Kohlenhydrate, einen Nordic Walking Kurs belegt. Und schwupps: 1kg drauf (keine Muskeln, oh no). Hmpf.
  6. Kanji lernen. Stand: 866 Kanji. Juhuuuuu!
  7. Bento. Da ich momentan nur von zu Hause aus arbeite, gibt es leider keine Bento-Boxen zu zeigen.
  8. Wellness & Beauty. Was? Ich soll mir Zeit für mich nehmen und mich um mich kümmern? Hahaaaaa… -_-
  9. Ausmisten. Weitere Bücher verkauft und Papiere gemistet. Die Grundsauberkeit, die mittlerweile hier herrscht, macht sich so richtig bemerkbar, wenn man Panikputzen möchte, weil Besuch kommt. Da gibt’s nämlich nicht mehr so viel zu tun (^^)v
  10. Nähen lernen. Jetzt im Oktober leg ich los, ich schwör.
  11. Kräuter. Nachdem auch der letzte Überlebende mich verlassen hat, ist dieser Projektpunkt endgültig für abgeschlossen erklärt.
  12. Weltverbesserer. Ich habe eine schreckliche Doku auf ARD gesehen und die Frage kam auf: Wie billig darf/kann Bio sein? Ist Bio aus dem Discounter überhaupt noch als solches zu bezeichnen? Wenn man sich auf das Bio-Siegel nicht verlassen kann, worauf dann?

3/4 des Jahres sind vorbei, die ersten Punkte abgearbeitet. Mittlerweile ist mir klar geworden, dass es so schwierig ist einzelne der Punkte anzugehen, weil sie entweder von vornherein unrealistisch waren (12 Light Novels lesen), oder aber weil sie Kinder des ich sollte, müsste Gedankens waren (Wellnes & Beauty und Abnehmen zum Beispiel).

Auch wenn das Jahr natürlich noch nicht vorbei ist, mache ich mir schon langsam Gedanken über nächstes. Mache ich wieder so ein großes Projket? Wenn ja, welche Punkte wandern dann auf die Liste?

Alles Liebe,



Hallo Oktober

Oktober. Bunter Geselle im Herbstreigen, du lädst ein zu Spaziergängen in kuschligen Jacken, mit pompösen Schals und wärmenden Handschuhen. Schön ist es durch raschelnde Blätter zu tanzen.

Jahreskreis. Bis Samhain erfreuen feurige Kürbisse in alle Farben und Formen Auge und Gaumen. Äpfel im Glas, auf Kuchen und auch jeder anderer Form sind alles, was ich brauche um glücklich zu sein.

Ich. Ins Stocken geraten – wo will ich hin? Entspannung, Träume spinnen, Mini-Schritte in die Zukunft…

Alles Liebe,



Frau kauft ein für den Herbst

Dieses Jahr habe ich mich verändert. Eigentlich geht das schon seit Japan schrittchenweise so, doch dieses Jahr habe ich es auch äußerlich an vielen Dingen gemerkt. In Sachen Klamotten kaufen bedeutet das: nicht nur, dass ich mich endlich mal an ein paar Kleider rangetraut habe, ich bin einerseits auch überhaupt viel Näher am Puls der Mode. Andererseits traue ich mich individuelleres zu kaufen.

Ein Modepüppchen, das aussieht wie frisch aus dem h&m Katalog, das werde ich nie sein. Aber doch hat es mal eine mintgrüne Chino in meinen Schrank (pardon…ich hab ja keinen, in meine Kommode) geschafft, bei der es richtig gut aussieht, wenn man die Blusen reinsteckt (jetzt hab ich es doch tatsächlich im Internet verewigt; wie werde ich mich später mal dafür schämen, diesen Trend mitgemacht zu haben *lach*). Bei Takko gibt es bunte Baumwoll-Strumpfhosen, die meiner weiblichen Figur gewachsen sind. Damit ist garantiert, dass ich auch im Herbst Kleider und Röcke weiterhin ausführen kann (ich träume da von pertolfarbener Strumpfhose, Jeansrock und roter Karobluse ♥)

Meine neuen Pullis für den Herbst haben ganz nach Trend Flicken an den Ellenbogen :3 Und mein Lieblingsteil ist eine braune Fransenweste im Hippie-Style. Das ich mich mal sowas kaufen trauen würde, das hätte ich nicht gedacht.

Alles Liebe,



Hier kommt die Mouse

Fragt ihr euch schon so langsam, was eigentlich aus dem Kaninchenmädchen geworden ist, das ich aufgenommen habe? Endlich wird es Zeit. Darf ich vorstellen: Ihr Name ist Mouse. Mickey Mouse.

Einen Mäusename für ein Kaninchen, und noch dazu den einer männlichen Maus? So ist das eben manchmal, wenn Tiere von Kindern benannt werden ^^ Und ihr könnt euch vorstellen, dass sie alle möglichen Mäuse-Kosenamen von mir bekommt, von daher finde ich das schon in Ordnung.

Aktueller Stand ist, dass Mickey im Badezimmer lebt. Dort war es am einfachsten alles wegzuräumen, damit die Madame frei hoppeln darf. Aber, sie mag noch nicht ^^; Seit nunmehr zwei Wochen beschränkt sie sich auf den Übergangskäfig und zeigt keinerlei Forscherdrang. Sie weiß zwar, dass sie raus kann und steckt schon mal die Schnauze vor die Tür, um mich zu begrüßen, aber Rundgänge…Fehlanzeige. (Hat da jemand vielleicht Erfahrung? Soll ich sie rauslocken oder ihr einfach die Zeit lassen, die sie braucht?)

Die Vergesellschaftung mit meinen beiden Männern hatte ich erst mal abgebrochen. Ich habe zwar viel darüber gelesen und selbst schon ein paar gemacht, doch ein wichtiges Detail hatte ich übersehen: Hat man erst einmal damit begonnen, müssen die Kaninchen zusammen bleiben, bis der Rang ausgekämpft ist und sie sich gegenseitig putzen.

Meiner bisherigen Erfahrung nach dauert es einige Stunden. In diesem Fall scheint es langwieriger zu werden, meine drei Hoppler haben sich nämlich mehr oder weniger ignoriert. Und der (kaninchenrevierneutrale) Raum, an dem das ganze stattgefunden hat, war nicht dafür geeignet sie tagelang dort zu lassen.

Also alles zurück auf Anfang und besser planen. Andere großartige Erfolge gibt es aber durchaus zu verzeichnen. Das etwas träge und apathisch wirkende Karnickel ist viel aufgeweckter geworden, schnufft einem neugierig entgegen und das allerwichtigste: sie ist umgestellt weg von Supermarkt-Körnchen-Futter hin zu Heu und frischem Obst und Gemüse. Mit dieser Maßnahme und hoffentlich bald wildem Rumtollen mit den anderen Beiden im Wohnzimmer werden wir auch noch dem schmucken Doppelkinn Herr.

Alles Liebe,



Japan ist in den kleinen Details

Einer der bisher unscheinbarsten und doch allerwichtigsten Punkte beim Projekt 12 in 2012 ist das Erlernen aller 1.945 Jōyō-Kanji (naja, seit 2010 sind es eigentlich 2.136 Stück).

Als Studentin der Japanologie (seit, ach, zu vielen Jahren) ist es ja eigentlich peinlich zuzugeben, dass man sie immer noch nicht kann *seufz* (ich seufze gerade wirklich, während ich das schreibe *lach*). Es ist ja nicht, als wäre ich bisher zu faul dazu gewesen. Viele kann ich im Zusammenhang lesen, aber egal wie oft ich sie nach der klassischen Methode geübt habe, möchte ich sie schreiben oder anderweitig aktiv abrufen scheinen sie meinen Gehirnwindungen wieder entfleucht zu sein, einfach so -_-

Deshalb lerne ich ja nun schon länger nach der Heisig-Methode. Diese liegt mir sehr, dennoch geht es auch hier zäh. Der restliche Stress frisst all meine geistigen Ressourcen.

Doch wer aufgibt, hat schon verloren. Deshalb lasse ich mich nicht unterkriegen, wiederhole kontinuierlich, versuche so viele neue Zeichen wie möglich dazu zu lernen. Am besten lernt man, wenn man etwas liebt. Und ihr wisst, ich liebe meine zweite Heimat Japan. Jeden einzelnen Tag trage ich all diese Erinnerungen der neun Monate dort mit mir, die wie flüssiges Glück durch mich strömen und egal in welcher Situation ein Lächeln auf meine Lippen zaubern.

Beim Kanji lernen passiert das, wenn ich einen Blick auf meinen Bleistift werfe, auf den kleinen Cupcake-Topper mit den Zuckerherzchen und -sternen, der keinen anderen Zweck erfüllt, als niedlich zu sein…und mich daran zu erinnern, wie sehr ich es eigentlich liebe das Japanisch lernen, alles was damit zusammen hängt, das Gefühl, dass ich irgendwann wieder hinfliegen werde, um weitere putzige Schreibwaren zu kaufen :pen: (unter anderem ;D)

Japan ist eben in den kleinen Details. In meinem Alltag. Weil es zu mir gehört, als ein Teil von mir. Also ran an die Kanji.

Mehr zum Projekt 12 in 2012 erfährst du hier.

Alles Liebe,